Auktion: 11 Tage
Stand 11.06.2026
Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.
Beigegeben eine Expertise von Rodolfo Pallucchini, in Kopie.
Das in Gouachetechnik geschaffene Werk wurde von Pallucchini als Capriccio bezeichnet. Gezeigt ist der Blick durch einen überwölbten Portikus auf gegenüberliegende Gebäude mit ansteigender Treppe und einer Kirchenkuppel im Hintergrund, belebt durch die Figurenstaffage.
Pallucchini weist darauf hin, dass das Motiv identisch zu einem undatierten Ölgemälde Guardis ist, das sich im Musée Jacquemart-André in Paris befindet. Da sich beide Werke detailgenau entsprechen, könnte angenommen werden, dass die vorliegende Gouache als Vorbereitung zum Ölbild diente.
Francesco Guardi war der jüngere Sohn des Barockmalers Domenico Guardi (1678–1716) und der Maria Claudia Pichler aus Neumarkt. Seine Brüder waren Nicoló (1715–1786) und Giovanni Antonio Guardi (1698/99–1760). Seine Schwester war mit Giovanni Battista Tiepolo verehelicht (1696–1770). Seit 1747 war er Mitglied der Akademie. Als Schüler und Nachfolger des Giovanni Antonio Canal (1697–1768) wechselte er von religiösen Themen hin zur Vedutenmalerei. Anders als jener brachte er in seine Bilder lebhafte Licht- und Schatteneffekte ein, bis hin zu dramatischer Steigerung. Mäzene, darunter insbesondere der Doge Alvise IV Mocenigo, förderten ihn durch zahlreiche Aufträge, vor allem für Ereignisbilder anlässlich des Besuchs von Papst Pius VI in der Stadt, aber auch des russischen Großfürstenpaares. Werke seiner Hand befinden sich heute in zahlreichen internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen.
Literatur:
Vgl. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario artistico. Catalogo dei Dipinti e Disegni inediti, Bd. 2, Mailand 2021.
Vgl. Rodolfo Pallucchini, Francesco Guardi, Mailand 1965. (1481685) (11)