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Lot 183

HÖFISCHES PAAR MIT VANITAS-MOTIVEN

  • Öl auf Holz.
Schätzpreis:

€ 40.000 - 60.000

Auktion: 13 Tage

Stand 10.09.2026

Aufwändig gestalteter, geschnitzter und vergoldeter Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Georges Marlier, Brüssel, 11. Februar 1965, in Kopie, mit der Bemerkung, dass ihm keine weitere Komposition oder Replik des Bildes bekannt wurde. Zudem wird auf den Umkreis der Maler Pieter Coecke van Aelst (1502–1550) und des Meisters der weiblichen Halbfiguren verwiesen.

Das Großformat des Tafelbildes erlaubt die Darstellung dieses jungen höfischen Paares in Lebensgröße. Die Bildaussage wird durch den links oben in gemalter Rahmung eingefügten Text definiert, ein neulateinisches Distichon: „TE SPECULVM ANTE VIDES FORMOSAM RESPICE QUID SIT EST EQUIDEM FORMAM QUOT NOTAT ESSE NIHIL“ (frei: „Im Spiegel siehst du dich schön – blicke hin, was es allerdings ist: nur eine Form, die zeigt, dass sie nichts bedeutet.“). Damit wird der Vanitas-Gedanke thematisiert, der in der Zeit oft aufgegriffen wurde. Der Pracht der Kleider ist hier der Totenschädel in der Hand des Mannes gegenübergestellt: Aller Schmuck, Jugend und Schönheit sind vergänglich. 

Benson arbeitete 1518 eine Zeit lang in der Werkstatt von Gerard David (um 1460–1523). 1519 wird er bereits in der Malergilde von Brügge als Meister erwähnt. Ab 1520 wuchs die Produktion seiner Werkstatt derart, dass er zwischen 1522 und 1530 bereits drei Scheunen für den Verkauf der Bilder – auch aus seiner Werkstatt – anmieten musste, vor allem für den spanischen Markt. Zusammen mit Adriaen Isenbrandt (1510–1551) und Jan Provost (um 1465–1529) gehörte er zur Generation derer, die mit der gotischen Tradition gebrochen hatten und nun die italienische Renaissance zum Vorbild nahmen. A.R. (14901022) (11)



Ambrosius Benson,
ca. 1495 Lombardy – 1550 Bruges

COURTLY COUPLE WITH VANITAS SYMBOLS

Oil on panel.
81 x 70 cm.

Accompanied by an expert’s report by Georges Marlier, Brussels, dated 11 February 1965 in copy, in which he states that he was unaware of any other version or replica of the composition. He also refers to the circle of Pieter Coecke van Aelst (1502 – 1550) and the Master of the Female Half-Lengths.

The meaning of the painting is defined by the inscription incorporated within a painted frame top left, a Neo-Latin distich: “TE SPECULVM ANTE VIDES FORMOSAM RESPICE QUID SIT EST EQUIDEM FORMAM QUOT NOTAT ESSE NIHIL” [Loosely translated: “In the mirror you see yourself as beautiful – consider what this beauty truly is: merely an outward form, signifying nothing.”]

Hampel Fine Art Auctions

Ort: Munich
  • Auktion : 24.09.2026 11:30 Uhr
  • Auktionsnummer: 149
  • Auktionsname: Gemälde Alte Meister – Teil 1

Ambrosius Benson

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