Auktion: 13 Tage
Stand 10.09.2026
In goldverziertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Nicholas Turner, 30. November 2017, in Kopie.
Inmitten eines steinernen Beckens die eine C-Kurve beschreibende, nach links gewandte Figur des blutenden Seneca, dessen Blick herabgerichtet ist. Der rechte Hintergrund gibt den Blick frei auf eine italienische Landschaft mit einem Burgfried und angrenzenden Gemäuern. Seneca, der römische Philosoph und Lehrer Neros, wurde 65 n. Chr. zum Selbstmord gezwungen. Beschuldigt der Beteiligung an der Pisonischen Verschwörung gegen Nero, musste er sich das Leben nehmen. Er schnitt sich die Pulsadern auf, doch der Tod trat langsam ein. Schließlich nahm er Gift und erstickte in einem heißen Dampfbad. Sein Tod gilt als Symbol stoischer Gelassenheit.
Ein Gemälde, welches die vorliegende Komposition wiederholt und wohl aus der Hand von Guercinos Neffen Benedetto Gennari (1633–1715) stammt, wird in der Galeria Nazionale di Palazzo Corsini in Rom verwahrt. An der rechten Seite während des Malprozesses vertikal erweitert.
Maler der Bologneser Schule. Guercino lernte bei Benedetto Gennari (1563–1658), orientierte sich aber bald an Werken der Carracci-Familie. Sein Stil zeigt einen neuen Naturalismus. Er wirkte in verschiedenen Städten Italiens. Sein Werk umfasst über 100 Altarbilder und nahezu 150 weitere Gemälde in verschiedenen Sammlungen.
Provenienz:
Das Gemälde soll laut Turner ident sein mit demjenigen, welches in Guercinos Auftragsbuch von 1643 als von Kardinal Antonio Barberini (1607–1671) bestellt Erwähnung findet.
Literatur:
Vgl. Nefta Barbanti Grimaldi, Il Guercino, Cento 1968.
Vgl. Luigi Salerno, I dipinti del Guercino, Rom 1988.
Vgl. Nicholas Turner, The paintings of Guercino. A Revised and Expanded Catalogue Raisonné, Rom 2017. (1490112) (13)
Guercino,
also known as “Giovanni Francesco Barbieri”,
1591 Cento – 1666 Bologna
THE DEATH OF SENECA
Oil on canvas. Relined.
118 x 95 cm.
Accompanied by an expert’s report by Nicholas Turner, 30 November 2017, in copy.
A painting repeating the present composition, probably by Guercino’s nephew Benedetto Gennari (1633 – 1715), is held in the Galleria Nazionale di Palazzo Corsini in Rome. The canvas was extended vertically on the right-hand side during the painting process.
Provenance:
According to Turner, the painting appears to be identical to the work recorded in Guercino’s Account Book in 1643 as having been commissioned by Cardinal Antonio Barberini (1607 – 1671).
Literature:
cf. Nefta Barbanti Grimaldi, Il Guercino, Cento 1968.
cf. Luigi Salerno, I dipinti del Guercino, Rome 1988.
cf. Nicholas Turner, The paintings of Guercino. A Revised and Expanded Catalogue Raisonné, Ugo Bozzi Editore, Rome 2017.