Auktion: 5 Tage
Stand 17.03.2026
Gemäldepaar
CAPRICCIO MIT RUINÖSEM BOGEN AM H AFENBECKEN MIT KUPPELKIRCHE IM HINTERGRUND
sowie
CAPRICCIO MIT BURGANLAGE AM HAFENUFER
Öl auf Leinwand.
30,3 x 42,3 cm.
Der Bildinhalt der beiden Gemälde ist kompositorisch so gestaltet, dass sie als Gegenstücke aufgefasst werden können. So dominieren die Hauptgegenstände – der ruinöse Bogen vor einem Turm, sowie die Burganlage am Hafenufer – jeweils in der linken bzw. rechten Bildhälfte. In beiden Bildern setzt sich die Reihe der weiteren im Hafenrund stehenden Gebäude im Hintergrund fort, nochmals markiert durch prominente Bauten, wie eine Kirchenkuppel oder Stadttürme. Segelschiffe und Figurenstaffage mit Hafenarbeitern, Reitern oder Seeleuten an einem anliegenden Kahn beleben die Capriccios. Schattenkontraste prägen die Wirkung der hier vorliegenden Gemälde.
Die Ansichten stehen in Nähe zweier Gemälde von Luca Carlevaijs (1663/65–1729/31), ehemals in der Sammlung Joseph Smith, dem Britischen Konsul in Venedig. Guardi hat Elemente aus dessen Kompositionen übernommen. Zeichnungen Guardis zeigen, wie er seine Entwürfe entwickelt hatte. Die beiden Gemälde sind im Werkverzeichnis von Antonio Morassi aufgeführt (s.u.) Morassi führt noch drei weitere Gemälde einer Serie auf, zu der wohl die beiden vorliegenden Bilder gehören.
Francesco Guardi war der jüngere Sohn des Barockmalers Domenico Guardi (1678–1716) und der Maria Claudia Pichler aus Neumarkt. Seine Brüder waren Nicoló (1715–1786) und Giovanni Antonio Guardi (1698/99–1760). Seine Schwester war mit Giovanni Battista Tiepolo verehelicht (1696–1770). Seit 1747 war er Mitglied der Akademie. Als Schüler und Nachfolger des Giovanni Antonio Canal (1697–1768) wechselte er von religiösen Themen hin zur Vedutenmalerei. Anders als jener brachte er in seine Bilder lebhafte Licht- und Schatteneffekte ein, bis hin zu dramatischer Steigerung. Mäzene, darunter insbesondere der Doge Alvise IV Mocenigo, förderten ihn durch zahlreiche Aufträge, vor allem für Ereignisbilder anlässlich des Besuchs von Papst Pius VI in der Stadt, aber auch des russischen Großfürstenpaares. Werke seiner Hand befinden sich heute in zahlreichen internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen.
Provenienz:
Vincent Koda (1896–1979, bedeutender Filmarchitekt), London.
Sotheby‘s London, Anonymous sale, 16. July 1980, Lot 35.
Literatur:
Antonio Morassi, Guardi. L‘opera completa di Antonio e Francesco Guardi, Venedig 1973, S. 463 und S. 483, Kat.Nr. 823 und 933, Abb. 748.
Antonio Morassi, Tutti i disegni di Antonio, Francesco e Giacomo Guardi, Venedig 1975, S. 184, S. 186, Nr. 612 und 630.
A.R. (1472284) (11)
Francesco Guardi,
1712 Venice – 1793 ibid.
A pair of paintings
CAPRICCIO WITH RUINED ARCH AT THE HARBOUR BASIN WITH DOMED CHURCH IN BACKGROUND
and
CAPRICCIO WITH A CASTLE COMPLEX ON THE HARBOUR EMBANKMENT
Oil on canvas.
30.3 x 42.3 cm.
The present views feature similarities with two paintings by Luca Carlevaijs (1663/65 – 1729/31), formerly in the collection of Joseph Smith, British Consul in Venice. Guardi incorporates elements from Carlevaijs’ compositions, as drawings by Guardi demonstrate how he developed his designs. The two paintings are listed in Antonio Morassi’s catalogue raisonné (see below), which also lists three additional paintings, likely belonging to the same series as the present pair.
Provenance:
Vincent Koda (1896 – 1979, important film architect), London.
Sotheby’s London, anonymous sale, 16 July 1980, lot 35.
Literature:
Antonio Morassi, Guardi. L’opera completa di Antonio e Francesco Guardi, Venice 1973, p. 463 and p. 483, cat. no. 823 and 933, ill. 748.
Antonio Morassi, Tutti i disegni di Antonio, Francesco e Giacomo Guardi, Venice 1975, p. 184, p. 186, no. 612 and 630.