Auktion: 5 Tage
Stand 17.03.2026
Die Madonnendarstellung zeigt klaren Aufbau in Dreieckskomposition. Der Mantel Mariens hebt sich dunkel vom Goldgrund ab, die breiten Mantelbordüren zeigen Stickornamentik in fantasierter orientalischer Beschriftung. Die Nimben und der Oberrand kräftig punziert. Im Vergleich mit weiteren Madonnenbildern des Malers fällt als Gemeinsamkeit auf, dass er dem unteren Mantelbereich der Madonna jeweils erkennbar Raum gegeben hat.
Der spätgotische Maler der venezianischen Schule wurde erstmals 1401 bei Arbeiten für San Cassiano in Pesaro erwähnt, wo weitere seiner Werke entstanden. Er gehörte vermutlich in die Gruppe jener Maler, die 1409 bis 1415 die Sala del Maggior Consiglio im Dogenpalast freskierten, dabei Gentile da Fabriano (um 1370–1427), Pisanello (1390/95-um 1455) und Michelino da Besozzo. Als sein Meisterwerk gilt der Zyklus der Lucia-Legenden für die Kirche Santa Lucia in Fermo. Sein Adoptivsohn, Ercole del Fiore, war sein Werkstatt-Mitarbeiter, dessen Arbeiten früher Jacobello zugeschrieben wurden, einem Meister, der in der Nachfolge von Paolo (gest. 1358/62) und Lorenzo Veneziano (um 1355–1380) steht, am Übergang von byzantinischen Stil zur Spätgotik. A.R. (1471199) (11)
Jacobello del Fiore,
ca. 1370 – 1439, attributed
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD
Oil and tempera with gold ground on panel. Parquetted.
49 x 39 cm.