Auktion: 5 Tage
Stand 17.03.2026
Das Gemälde lässt sich im Werk des Malers in die kleinformatigeren Darstellungen einreihen, die mit Sinnspruchcharakter Redewendungen zeigen, eine Bildtradition, die seit Jan Brueghel d. Ä. (1568–1625) tradiert wurde. Beispiele dafür sind etwa Vinckboons „Bauernpaar nach einem Fest“ (Hampel, März 2022, Lot 432) oder „Das Vogelnest“ – eine Allegorie des Diebstahls. So ist auch hier ein tieferer Sinn ins Bild gesetzt: An einem Flussufer rastet ein Paar. Ein glatzköpfiger Alter, dessen Jagdmesser ihn der höheren Gesellschaft zugehörig zeigt, wirbt um eine junge Magd, indem er auf die links oben stehende Kirche zur Verehelichung weist, daneben ein Schlossgebäude, was wohl auf in Aussicht gestellten Luxus weisen soll. Das Hündchen im Vordergrund wirft nicht von ungefähr einen fragenden Blick auf den Betrachter. So zählt auch dieses Motiv zu den Genrebildern und Gesellschaftsstücken aus dem Alltagsleben seines Landes, wofür der Maler bekannt wurde.
Literatur:
Vgl. Klaus Ertz und Christa Nitze-Ertz, David Vinckboons 1576–1632. Monographie mit kritischem Katalog der Zeichnungen und Gemälde, in: Flämische Maler im Umkreis der großen Meister, Bd. 10, Lingen 2016.
A.R. (14715810) (1) (11)