Auktion: 5 Tage
Stand 11.06.2026
Das Gemälde ist im RKD in Den Haag unter Nr. 3343 registriert.
Der breit und locker drapierte Strauß in einer durchsichtigen kugelförmigen Glasvase auf einer Marmortischplatte. Die Belichtung von links oben bringt vor allem die hellfarbigen Blüten wirkungsvoll zum Aufleuchten. Leicht symmetrisch geordnet die größeren, in ihrer Helligkeit auffallenden Tulpen. Darunter zentral platziert eine rotgestreifte Anemone. Dies ist ein individuelles Bildelement, das sich in Marrels Stillleben mehrfach, bei anderen Malern kaum findet. Kleinere Blüten und Rispen, wie Maiglöckchen und Akeleien, fügen sich in die Fülle ein. Ein großes Maiglöckchenblatt leitet den Blick herunter zu einer grünen Eidechse, die eine Libelle bedroht, zum einzigen „lebenden” Element im Stillleben – in Memento mori-Motiv, das sich im Werk von Marell häufiger findet. Den gedeckten Grünfarben von Blättern, Vase, Eidechse und Steintisch hat der Maler die kräftige Komplementärfarbe Rot mit den Kirschen rechts wirkungsvoll gegenübergesetzt.
Das Gemälde dürfte in den Zeitraum der 1640er-Jahre einzuordnen sein, vergleichbar mit einem 1645 datierten Stillleben ähnlicher Komposition, das 1956 in der E. Slatter Gallery London ausgestellt wurde (Kat.Nr. 22).
Marrell zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Stilllebens der Utrechter und Frankenthaler Schule. Als Sohn eines Rechtsgelehrten einer französischstämmigen Familie, wandte er sich der Malerei zu und war 1627 der einzige Schüler von Georg Flegel (1566–1638). Seine Aufenthalte in Utrecht brachten ihn zu Jan Davidsz de Heem (1606–1664) und Abraham Mignon (1640–1679). Hier wirkte auf ihn der Einfluss von der Malerfamilie Bosschaert und Roelandt Savery (1576/78–1639). Er war verehelicht mit Johanna Sybilla Heimius, der Witwe von Mattäus Merian d. Ä. (1593–1650), dessen Tochter Maria Sibylla er im Zeichnen und Malen unterrichtete. Werke Marrells finden sich in zahlreichen bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen, wie dem Rijksmuseum Amsterdam, im Ashmolean Museum in Oxford, oder in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
Provenienz:
Sotheby's New York, Mai 1995.
Richard Green, London, Kat.Nr. 17 (Abb. in Weltkunst 70, 2000).
TEFAF Maastricht, März 2002.
Lempertz Köln, November 2002.
Adam Williams Fine Art Ltd., New York (ausgestellt: TEFAF Maastricht 2010).
Privatsammlung, Belgien.
Literatur:
Gerhard Bott, Der Stillebenmaler Daniel Soreau und seine Schule, in: Kurt Wettengl (Hrsg.), Georg Flegel (1566–1638). Stilleben, Ausstellungskatalog (Historisches Museum Frankfurt, 18. Dezember 1993 – 13. Februar 1994), Stuttgart 1993, S. 234 ff.
A.R. (1481157) (11)
Jacob Marrel,
1614 Frankenthal – 1681 Frankfurt am Main
FLORAL STILL LIFE WITH CHERRIES, DRAGONFLY AND LIZARD
Oil on panel.
49 x 35.5 cm.
The painting is listed at the RKD, The Hague, under no. 3343.
A bouquet, loosely and broadly arranged, rests in a transparent, spherical glass vase on a marble tabletop. A red-striped anemone is centrally placed. This is a distinctive motif found repeatedly in Marrell's still lifes, but rarely in the work of other painters. A large lily-of-the-valley leaf draws the eye down to a green lizard threatening a dragonfly, the only “living” element in the still life – a memento mori motif that appears frequently in Marrell's oeuvre. The painting likely dates to the 1640s, comparable to a still life of similar composition dated 1645, exhibited at the E. Slatter Gallery, London, in 1956 (cat. no. 22).
Provenance:
Sotheby's New York, May 1995.
Richard Green, London, cat. no. 17 (illustrated in: Weltkunst, 70, 2000).
TEFAF Maastricht, March 2002.
Lempertz Cologne, November 2002.
Adam Williams Fine Art Ltd, New York (exhibited: TEFAF Maastricht 2010).
Private collection, Belgium.
Literature:
Gerhard Bott, Der Stillebenmaler Daniel Soreau und seine Schule, in: Kurt Wettengl (ed.), Georg Flegel (1566 – 1638). Stilleben, exhibition catalogue, Historisches Museum Frankfurt, 18 December 1993 – 13 February 1994, Stuttgart 1993, p. 234ff.