Auktion: 5 Tage
Stand 11.06.2026
Der für dieses Gemälde in Anspruch genommene Maler hat nicht selten seine Früchtearrangements als Gebinde gezeigt, d. h. ohne erkennbare Platzierung in den Bildraum gestellt; fast immer jedoch vor dunklem bis schwarzem Hintergrund. Bemerkenswert ist die Lichtkomposition in seinen Früchtebildern: die helleren Früchte – hier die Trauben zusammen mit einer weißen Kamelienblüte – treten optisch vor, womit eine Tiefenwirkung für die umgebenden und dahinter platzierten Früchte entsteht. So erscheint das Gebinde wie frei im dunklen Raum schwebend (vgl. zwei Früchtestilleben angeboten bei Lempertz, Auktion 987, 19. November 2011, Lot 1284). Im Detail beweist das Gemälde höchste Meisterschaft, erkennbar etwa in der Darstellung der aufgesprungenen Feige links, oder in der unterschiedlichen Materialwiedergabe der beiden Blüten Kamelie und Rose, abgesehen von der Feinmalerei der auf den Trauben lupengenau gezeigten kleinen Insekten. A.R.
Der Maler war der Vater des gleichnamigen Jan Pauwel Gillemans d. J. (1651–1704), den er auch in Antwerpen ausgebildet hat. In seinem Werk ist der Einfluss der Niederländer zu bemerken, wie etwa von Jan Davidsz de Heem (1606–1683/84). Seine prächtigen Stillleben waren Ausdruck des barocken Ideals der Fülle und des Luxus eines Goldenen Zeitalters der Malerei. Gillemans d. Ä. wirkte ausschließlich in seiner Heimatstadt, wo er 1647 als Meister der Gilde genannt wird und eine Werkstatt unterhielt. (1481631) (1) (11)