Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Um 1620/40.
Das vollrund gearbeitete Schnitzwerk in Holz, ungefasst, dunkel-buchsbaumfarbig gebeizt, zeigt sowohl im Gesamtentwurf, als auch in der feinen Bearbeitung im Detail, die Handschrift eines Meisters von hohem Rang. Die gestalterischen Merkmale, wie der Dreinageltypus oder die V-förmig hochgestreckten Arme, verweisen das Werk in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die weiteren Detailbeobachtungen lassen einen Künstler erkennen, der dem Werk sehr wohl auch seelische Befindlichkeit und Ausdruckskraft zu verleihen wusste. Dergleichen lässt sich etwa am beseelten ruhigen Gesichtsausdruck des Gekreuzigten erkennen, eine Ruhe nach dem „es ist vollbracht“. Auch die Gestaltung der Hände, hier symmetrisch aufgefasst, mit den fein gearbeiteten, langen Fingern, die nur wenig nach vorne ziehen, verraten hohe Meisterschaft, wie sie zumindest in einer Werkstatt wie der des Georg Petel zu erwarten ist. Ganz ähnlich wie bei weiteren Corpusfiguren aus seinem Kreis ist auch hier der Knoten des Lendentuches prominent betont, neben der fein geschnitzten Kordelschnur an der linken Körperseite. Genauere Betrachtung erkennt die fein angedeuteten Adern, Sehnen und Blutläufe an den Armen und den Beinen. Auffallend und bemerkenswert ist, dass das Haupt Christi hier, wie auch in weiteren Werken Petels, ohne Dornenkrone gezeigt ist. A.R. (1480241) (11)