Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Rechts unten seitlich signiert. Verso Künstler- und Titelbezeichnung (wohl von der Hand des Künstlers).
Halbbildnis der als Clara-Josephine Wieck geborenen Pianistin und Komponistin (1819 Leipzig – 1896 Frankfurt am Main). Ihre Karriere begann sie als Wunderkind. 1840 ehelichte sie den Komponisten Robert Schumann (1810–1856). Sie gilt – zusammen mit Fanny Hensel (1805–1847) – als eine der bedeutendsten Frauen im Musikschaffen des 19. Jahrhunderts. Die Deutsche Bundesbank widmete ihr eine jugendliche Portraitansicht auf der 100 DM-Banknote. Der Maler Franz von Lenbach hatte die Musikerin nach Skizzen bereits 1878 in einer Pastellzeichnung portraitiert. Das hier vorliegende Gemälde dürfte nach Bildvergleich einige Jahre später entstanden sein, vielleicht um 1885.
Lenbach, seit 1882 Ritter von Lenbach, war einer der bedeutendsten Vertreter der Münchner Schule. Seine großartigen Leistungen lagen auf dem Gebiet des Portraits, vor allem in der psychologischen Erfassung des individuellen Charakters. Zahlreiche Bildnisse bedeutender Persönlichkeiten aus Weltpolitik – wie Fürst Bismarck, Kaiser Franz Joseph oder Papst Leo XIII; aus der Wissenschaft – wie Theodor Mommsen; und Kunst, geben noch heute ein beredtes Zeugnis seines Könnens ab. Damit darf das hier vorliegende Gemälde als ein höchst bedeutendes Dokument der Kultur des 19. Jahrhunderts gesehen werden.
Literatur:
Vgl. Doris H. Lehmann und Katharina Chrubasik (Hrsg.), Malerfürsten, Kat.Ausst. Bundeskunsthalle Bonn (28.09.2018–27.01.2019), München 2018.
Vgl. Beatrix Borchard, Clara Schumann. Ihr Leben. Eine biographische Montage, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Hildesheim 2015.
Vgl. Sonja von Baranow, Franz von Lenbach. Leben und Werk, Köln 1986.
Vgl. Berthold Litzmann, Clara Schumann. Ein Künstlerleben. Nach Tagebüchern und Briefen.
3 Bände, 7. Auflage, Leipzig 1920.
A.R. (1490022) (11)