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Lot 191

GEFANGENNAHME CHRISTI

  • Öl auf Pappelholz.
Schätzpreis:

€ 100.000 - 150.000

Auktion: 6 Tage

Stand 10.09.2026

Um 1597.

Beigegeben drei Expertisen: von Claudio Strinati, Rom, 24. März 2014; von Gianni Papi, 27. April 2017, Florenz; sowie von Prof. em. Dr. Herwarth Röttgen, Stuttgart, 7. Dezember 2017; jeweils in Kopie.

Das Gemälde zeigt sich in Komposition wie in der Ausführung als ein Werk des Giuseppe Cesari, von dem einige Wiederholungen bekannt sind. Die drei Experten nennen jeweils Vergleichsbeispiele von der Hand des Malers. So etwa hat Herwarth Röttgen, der das Gemälde seit 2010 kannte, es im Vergleich zu den Variationen als von höherer Qualität gesehen: „Gefangennahme Christi“ (ca. 1597, Öl auf Kupfer, 77 × 56 cm) in der Galleria Borghese, Rom. Eine weitere Wiederholung im Museum Kassel, Schloss Wilhelmshöhe (ca. 1597, auf Holz, 88 x 62 cm).Die Szene zeigt die Figuren dicht gedrängt, in nächtlichem Dunkel, die Mondscheibe am oberen Bildrand, von der die Beleuchtung überwiegend auszugehen scheint. Ein weiterer Lichteffekt ist die Feuerfackel links vor einer Felsenhöhle. Cesari zeigt die biblische Szene in höchster Dramatik: Die römischen Soldaten, erkennbar an Helmen und Rüstungen, haben Jesus bereits ergriffen, der in rotem Kleid und blauem Mantel das Zentrum bildet. Im Handgemenge gehen die Jünger Jesu gegen die Soldaten vor. Die Episode, wonach Petrus dem Römer Malchus das Ohr abschlägt, ist als dramatischer Höhepunkt rechts unten dem Betrachter besonders nahe vor Augen geführt.

Cesari wurde in Arpino bei Rom geboren und arbeitete hauptsächlich in Rom, wo er für Päpste und den römischen Adel tätig war. Er war bekannt für seine eleganten, idealisierten Figuren und seine leuchtenden Farben. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Fresken in der Kirche San Luigi dei Francesi und im Palazzo dei Conservatori. Cesari war Lehrer des jungen Caravaggio, dessen späterer realistischer Stil im deutlichen Kontrast zu Cesaris manieristischer Eleganz steht.

Literatur:
Vgl. Arturo Quadrini, Giuseppe Cesari detto il Cavalier d‘Arpino, Isola del Liri 1940.
Vgl. Giulio Mancini, Considerazioni sulla pittura, hrsg. von Adriana Marucchhi und Luigi Salerno, Rom 1956/57, 2 Bände.
Herwarth Röttgen: Il Cavalier Giuseppe Cesari D‘Arpino. Un grande pittore nello splendore della fama e nell‘incostanza della fortuna, Rom 2002, S. 310, Kat.Nr. 69 mit Abb.
A.R. (14907712) (11)



Giuseppe Cesari,
also known as “Cavalier d’Arpino”,
1568 Arpino – 1640 Rome

THE ARREST OF CHRIST

Oil on poplar panel.
82 x 57 cm.
Ca. 1597.

Accompanied by expert’s reports: by Claudio Strinati, Rome, 24 March 2014; Gianni Papi, 27 April 2017, Florence; and Professor Emeritus Herwarth Röttgen, Stuttgart, 7 December 2017; each in copy.

In both composition and execution, the present painting may be regarded as a work by Giuseppe Cesari, of which several repetitions are known. Each of the three experts cites comparable examples by the artist. Herwarth Röttgen, who had known the painting since 2010, considered it to be of higher quality than the known variants. Among the comparative works he cites is The Arrest of Christ (circa 1597, oil on copper, 77 x 56 cm) in the Galleria Borghese, Rome. A further version is held in Schloss Wilhelmshöhe, Kassel (ca. 1597, oil on panel, 88 x 62 cm).

Literature:
cf. Arturo Quadrini, Giuseppe Cesari detto il Cavalier d’Arpino, Isola del Liri 1940.
cf. Giulio Mancini, Considerazioni sulla pittura, ed. by Adriana Marucchhi and Luigi Salerno, Rome 1956/57, 2 vols.
Herwarth Röttgen, Il Cavalier Giuseppe Cesari D’Arpino. Un grande pittore nello splendore della fama e nell’incostanza della fortuna, Rome 2002, p. 310, cat. no. 69 with ill.

Hampel Fine Art Auctions

Ort: Munich
  • Auktion : 24.09.2026 11:30 Uhr
  • Auktionsnummer: 149
  • Auktionsname: Gemälde Alte Meister – Teil 1

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