Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Der Apostel wird im Dreiviertelbildnis nach links gezeigt, in der traditionell überlieferten Darstellung mit Bart und hoher freier Stirn. Der blaue Mantel ist als Verweis auf seine ihm zugewiesene Rolle als Pförtner des Himmels zu verstehen, dessen Schlüssel er in der Hand hält. Der zweite attributive Gegenstand in Art einer Holzlatte lässt sich nicht deuten. Gewöhnlich ist Petrus – der ehemalige Fischer – neben dem Schlüssel mit einem Schiff, einer Buchrolle oder dem umgedrehten Kreuz, seinem Martyrium, dargestellt. Möglicherweise handelt es sich hier um einen Gegenstand aus dem Schiffbau-Handwerk oder damit verbundener Berufe.
Manetti war ein Schüler des Ventura Salimbeni (1568–1613). Im Palazzo Pubblico in Siena schuf er zwei Fresken (Storie di Santa Caterina, Sala del Consiglio). 1612 war er in Pisa tätig (Chiesa di San Frediano und Chiesa di San Silvestro), danach arbeitete er bis 1615 unter anderem in der Certosa San Lorenzo di Galluzzo. 1618 malte er in Pisa und Casole d‘Elsa. Den größten Einfluss auf ihn hatte der gleichaltrige Caravaggio, was auch in dem Hell-Dunkel des vorliegenden Gemäldes deutlich wird. A.R. (1490773) (11)
Rutilio di Lorenzo Manetti,
1571 Siena – 1639 ibid., attributed
SAINT PETER
Oil on canvas.
83 x 63.6 cm.