Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Links unten signiert „Avercamp“.
Beigegeben ein Gutachten von Eric Turquin, in Kopie.
Die sechs Fischer, begleitet von weiteren Figuren, ziehen ihre Netze mit aller Kraft ein, die offensichtlich reich mit Fischen gefüllt sein müssen. Das flache Ufer ermöglicht es ihnen, in den Fluss hineinzugehen. Jeder von ihnen zieht an einer Seite des Netzes, wie es beim sogenannten Wadenfischen üblich ist, bei dem das Netz senkrecht zum Fluss steht und die Fische einkreist, die dann zum Ufer gebracht werden. So ziehen die vier Männer in der Mitte am unteren Rand des Netzes, der mit Gewichten versehen ist, während die beiden an den Enden den oberen Rand mit den Schwimmern halten. Um sie herum kommentieren einige Bürger am Ufer die Szene, während die Frauen mit ihren Körben auf dem Kopf warten, um die Fische aufzunehmen. Die Szene spielt sich weit im Vordergrund in einer kleinen Ufereinbuchtung ab und gibt den Blick auf die flache holländische Landschaft frei, die sich soweit das Auge reicht erstreckt. Der Fluss fließt auf der rechten Seite, und die Felder, auf denen einige Kühe grasen, bilden den Hintergrund bis zum Horizont, an dem sich die Silhouette einer Stadt abzeichnet. Der weite, wolkenverhangene Himmel nimmt die obere Hälfte der Leinwand ein, wie es in jedem holländischen Gemälde des Goldenen Zeitalters der Fall ist. Barent Avercamp macht hier keine Ausnahme und zeigt uns sein Talent, Szenen aus dem täglichen Leben in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts wiederzugeben, wahrscheinlich am Fluss Ijssel, den er immer wieder malt. Eine solche Fischerszene findet sich übrigens in mehreren Gemälden, die in mehreren Museen, im Rijksmuseum und im Louvre, zu finden sind oder auch im Stedelijk Museum Kampen, speziell dort jedoch in einer Landschaftskomposition von viel geringerer Tiefe (RKD Nr. 202847). Diese Fischerszene kann mit mehreren anderen in Verbindung gebracht werden, insbesondere mit derjenigen, die 1984–85 in Wien in der Galerie Sanct Lucas ausgestellt wurde (Nr. 14).
Der niederländische Maler war Neffe und Schüler des Malers Hendrick Avercamp (1585–1634) und arbeitete an ähnlichen Themen und in einer recht ähnlichen Weise wie sein Meister Hendrick, bei dem er 1626 seine Lehre begann. Anschließend verließ er Kampen 1640 und ging nach Zutphen, wo er bis 1649 blieb, bevor er endgültig nach Kampen zurückkehrte. Barent Avercamp wurde 1656 als Meister in die Lukasgilde aufgenommen. Er war sowohl Maler als auch Zeichner und beschäftigte sich mit verschiedenen Themen: Architektur, Landschaft, insbesondere Schneelandschaften, Portraits, aber auch Genreszenen.
Provenienz:
Privatsammlung, Paris.
Literatur:
Clara J. Welcker, Hendrick Avercamp (1585–1634) Barent Avercamp (1612–1679), Doorsnpijk 1979, Nr. S75. (1491834) (13)
Barent Avercamp,
also known as “Barend Petersz. Avercamp”,
1612 Kampen – 1679 ibid.
THE SEINERS PULLING IN THEIR NETS
Oil on panel.
50 x 62 cm.
Signed “Avercamp” lower left.
Accompanied by an expert’s report by Eric Turquin, in copy.
Provenance:
Private collection, Paris.
Literature:
Clara J. Welcker, Hendrick Avercamp (1585–1634) Barent Avercamp (1612–1679), Doorsnpijk 1979, no. S75.