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Giovanni Paolo Panini, zug.

Lot 253

RÖMISCHES CAPRICCIO MIT FLUSSKASKADEN IN TEMPELRUINEN MIT FIGURENSTAFFAGE

  • Öl auf Leinwand. Doubliert.
Schätzpreis:

€ 30.000 - 50.000

Auktion: 6 Tage

Stand 10.09.2026



Wie regelmäßig in Paninis Werken zeigen die Darstellungen keineswegs reale Gegebenheiten der römischen antiken Bauten, sondern vielmehr höchst fantasievoll komponierte Versatzstücke, die bereits der Romanik vorweggenommene Idealansichten geliefert haben, was die Bezeichnung Capriccio – „Bockssprung“ entstehen ließ.

Das Gemälde zeigt hier äußerst dicht gedrängt die unterschiedlichsten, Stein gewordenen baulichen Erinnerungen an die römische Vergangenheit, in einer Weise, wie sie in der Antike niemals nebeneinandergestanden hatten. Neben den Rest eines Tempelgebäudes hat der Maler einen hohen Reliefsockel mit Vase gestellt. Wie ein Steinbruch erscheint davor ein tiefer Graben, in den sich Flusswasser ergießt, während knapp dahinter ein der Cestius-Pyramide ähnliches Grabmal an die Vergangenheit zu mahnen scheint. Die Fantasie des Malers hat hier einen Höhepunkt der Gattung der Capriccio-Malerei geliefert. Die Dramatik wird durch die Bewegtheit der Kaskaden noch gesteigert. Und wie so häufig in Paninis Bildern fungiert die Figurenstaffage als belebendes Element gegenüber der untergegangenen Antike: Einige Figuren erscheinen mit erklärenden Gesten, andere bewundern die Statuen, Reliefs und Bautrümmer.

Panini, der seinen künstlerischen Weg als Bühnengestalter – unter Francesco Galli Bibiena (1659–1739) – antrat, wurde stilistisch angeregt von Canaletto (1697–1768) und beeinflusste den Franzosen Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) sowie Hubert Robert (1733–1808).

Literatur:
Vgl. Ferdinando Arisi, Giovanni Paolo Panini 1691–1765, Mailand 1993.
Vgl. Michael Kiene, Giovanni Paolo Pannini. Römische Veduten aus dem Louvre. Ausstellungskatalog (Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig), Braunschweig 1993.
Vgl. Michael Kiene, „Redende Capricci“ von Giovanni Paolo Pannini: Studien zur Zitatmontage im 18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 57, Heft 3 (1994), S. 440–445. A.R. (14908725) (11)



Giovanni Paolo Panini,
1691 Piacenza – 1765 Rome, attributed

ROMAN CAPRICCIO WITH CASCADES AMONG TEMPLE RUINS AND STAFFAGE FIGURES

Oil on canvas. Relined.
63 x 46 cm.

As is frequently the case in Panini’s works, the composition does not depict actual ancient Roman architecture, but rather a highly imaginative assemblage of architectural motifs, creating an idealised view that anticipates the ruin imagery of Romanticism.

Literature:
cf. Ferdinando Arisi, Giovanni Paolo Panini 1691 – 1765, Milan 1993.
cf. Michael Kiene, Giovanni Paolo Pannini. Römische Veduten aus dem Louvre, exhibition catalogue, Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig 1993.
cf. Michael Kiene, “Redende Capricci” von Giovanni Paolo Pannini: Studien zur Zitatmontage im
18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, vol. 57, no. 3 (1994), pp. 440–445.

Hampel Fine Art Auctions

Ort: Munich
  • Auktion : 24.09.2026 11:30 Uhr
  • Auktionsnummer: 149
  • Auktionsname: Gemälde Alte Meister – Teil 1

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6 Tage | Hampel Fine Art Auctions
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