Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
GemäldepaarVENEDIG, DIE PIAZZETTA MIT BIBLIOTECA UND BLICK AUF SAN GIORGIO MAGGIORE
sowieVENEDIG, KANAL MIT BLICK AUF DIE GIUDECCA MIT DER KIRCHE SANTO SPIRITO
Öl auf Leinwand.
Je 44 x 64,5 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in Kopie.
Die beiden Gemälde dokumentieren durchaus gegensätzliche Stimmungen und Charakteristika der Lagunenstadt. Der lichtvollen kleinen Piazzetta, mit der prächtigen, hell erleuchteten Front der Bibliothek des Sansovino aus dem Jahre 1537, erweitert durch Scamozzi, mit der vorgelagerten Loggetta am Fuße des Campanile, dient vor allem dem eleganten Auftritt der hier flanierenden venezianischen Gesellschaft, in ihren aufwändigen Roben. Das Gegenstück zeigt eine andere Seite Venedigs: Die Schlichtheit und Einfachheit der Gebäude, wiewohl darunter die Kirchenfassaden der Scuola dello Spirito Santo zwischen Werkstatthäusern an der Zappere, dem Ufer der Giudecca-Insel. Demgemäß fehlt hier eine aufwändig gekleidete Figurenstaffage, die Arbeitsgondeln und Segel-Lastschiffe bewegen sich auf dem ruhigen Kanalwasser.
Facchinetti wirkte in der Nachfolge der Maler Johan Richter (1665–1745) und Canaletto (1697–1768). Nachrichten über ihn waren lange Zeit sehr dürftig. Der Name Domenichini wird fürs Jahr 1757 in der venezianischen Malergilde Fraglia erwähnt. Aufgrund von Stilvergleichen und archivalischen Quellen konnte jedoch ein Gesamtbild vom Wirken des Malers entworfen werden. Das Geburtsjahr 1715 hat Lino Moretti ermittelt, aufgrund eines Dokuments vom August 1702, in dem der eigentliche Familienname Facchinetti genannt wird. Es wird angenommen, dass Facchinetti bei Luca Carlevaris (1663/65–1729/31) studiert hat, sich jedoch um 1740 selbständig machte. Architektonische Details in den Veduten lassen seine Werkgruppe um 1744 datieren. Das einzige datierbare Werk Facchinettis ist eine Romansicht von 1746. Die Veduten der Stiftung Langmatt (Schweiz) wurden u. a. 1994 in einer Ausstellung gezeigt, mit einem Katalog von Gertrude Borghero. Darüber hinaus hat Dario Succi das Werk Facchinettis mit späteren Malern in Verbindung gebracht, die von Facchinetti beeinflusst gewesen sein dürften, wie etwa Michele Marieschi (1710–1743), Francesco Albotto (1721–1757) oder Francesco Tironi (1745–1797). Die Aufmerksamkeit für den genannten Maler keimte erstmals 1994 auf, als 13 Gemälde in der Sammlung der Langmatt Foundation als offensichtlich von derselben Malerhand erkannt wurden. Die Identifizierung als Apollonio Facchinetti gelang durch Aufdeckung einer Künstlerbezeichnung auf der Rückseite eines der Werke.
Literatur:
Vgl. Dario Succi, La Serenissima nello specchio di rame. Splendore di una civiltà figurativa del Settecento, Castelfranco Veneto 2013.
Vgl. Annalia Delneri und Dario Succi (Hrsg.), Da Canaletto a Zuccarelli. Il paesaggio veneto del Settecento, Ausst.Kat. Villa Manin (Passariano), Udine 2003.
Vgl. Dario Succi, Il fiore di Venezia. Dipinti dal Seicento all‘Ottocento in collezioni private, Gorizia 2014.
Für weitere Literaturangaben siehe die beigegebene Expertise. A.R. (1490422) (3) (11)
Apollonio Facchinetti,
also known as “Domenichini”,
active 1740 – 1770
A pair of paintings
VENICE – THE PIAZZETTA WITH THE LIBRERIA AND A VIEW OF SAN GIORGIO MAGGIORE
and
VENICE – CANAL WITH A VIEW TOWARDS THE GIUDECCA AND THE CHURCH OF SANTO SPIRITO
Oil on canvas.
44 x 64.5 cm each.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi, Gorizia, in copy.
Literature:
cf. Dario Succi, La Serenissima nello specchio di rame. Splendore di una civiltà figurativa del Settecento, Castelfranco Veneto 2013.
cf. Annalia Delneri and Dario Succi (ed.), Da Canaletto a Zuccarelli. Il paesaggio veneto del Settecento, exhibition catalogue (Villa Manin, Passariano, 8 August – 16 November 2003), Udine 2003.
cf. Dario Succi, Il fiore di Venezia. Dipinti dal Seicento all’Ottocento in collezioni private, Gorizia 2014
For further literature references, see the accompanying expert’s report.