Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Verso zwei alte Sammlungsetiketten des 19. Jahrhunderts mit Nr. 161 und handschriftlicher Bezeichnung „161 Johann Friedrich“.
In plastisch reich verziertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 1. November 2020,
in Kopie.
Vor unbestimmtem Grund innerhalb eines gemalten Hochovals das leicht nach rechts gerichtete Brustbildnis eines Mannes mit Allongeperücke. Der Oberkörper geharnischt und mit rotem Tuch umwallt, das von einer Edelsteinfibel gehalten wird, der Blick auf dem Betrachter ruhend. Evidente Parallelen bestehen nicht nur zu einem ganzfigurigen Portrait des Herzogs als römischer Feldherr, bei dem das rote Tuch wiederkehrt, sondern auch zu einem um 1670 entstandenen Portrait Michelins im Schloss Hämelschenburg und zu einem Kupferstich, den Robert Nanteuil (1623–1678) 1674 nach einem Gemälde Michelins ausführte.
Herzog Johann Friedrich (1624–1679) selbst war historisch keine bedeutende Persönlichkeit: 1651 trat er während einer Italien-Reise in Assisi zum Katholizismus über, 1665 war er kurzzeitig Fürst von Lüneburg, 1665–79 regierte er als Fürst von Calenberg mit der Residenz in Hannover. Dort machte er ab 1666 Herrenhausen zu seiner Sommerresidenz, ließ ein Schloss und den Großen Garten anlegen.
Der Künstler war Teil einer hugenottischen Malerfamilie, durchlief eine künstlerische Ausbildung in Paris, wo er 1660 in die Akademie aufgenommen wurde und Karriere machte. 1668–86 war er als Hofmaler in Hannover tätig, der Residenzstadt des seinerzeitigen Fürstentums Calenberg, wo er eine Reihe von Portraits der Welfen-Familie und der Hofgesellschaft schuf. (1490014) (13)
Jean Michelin,
1623 Langres – 1695 Jersey
HALF-LENGTH PORTRAIT OF DUKE JOHN FREDERICK OF BRUNSWICK-LÜNGEBURG-CALENBERG
Oil on canvas. Relined.
69.5 x 55.5 cm.
Two old 19th-century collection labels on the reverse, numbered 161 and handwritten inscription “161 Johann Friedrich”.
Accompanied by an expert’s report by Professor Dr Helmut Börsch-Supan, Berlin, 1 November 2020, in copy.
Clear parallels can be drawn not only with a full-length portrait of the Duke as a Roman commander, in which the red drapery also appears, but also with a portrait by Michelin, dating to ca. 1670 and held at Schloss Hämelschenburg. Furthermore, with an engraving executed by Robert Nanteuil (1623 – 1678) in 1674 after a painting by Michelin.