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Lot 439

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT KAUFFAHRTEISZENE

Schätzpreis:

€ 6.500 - 8.500

Auktion: 6 Tage

Stand 10.09.2026



Beigegeben eine Expertise von Ferdinando Arisi, in Kopie.

Von links diagonal zentralperspektivisch ins Bildfeld ragende klassische Architekturen mit vorgesetzten korinthischen Säulen, einer dahinterliegenden, gülden schimmernden, zweistöckigen Loggia mit Galerieaufbau sowie einem runden Vorbau mit toskanischen Säulen. Dahinter mehrere Hafen- und Wehrbauten an einem offenen Gewässer, auf dem abgetakelte Schiffe zu sehen sind. Ein Mast ragt von rechts in das Bildfeld hinein und suggeriert die Anwesenheit eines Schiffes, dessen Ladung soeben von mehreren Figuren gelöscht wird, die im Vordergrund zu sehen sind. Die prunkvollen Bauten sind somit im Zusammenhang mit der zu löschenden Ladung und dem Überseehandel zu sehen, sodass das Thema des Gemäldes die aus dem Seehandel resultierende Prosperität darstellen soll.

Als Schüler des Bühnengestalters Francesco Galli Bibiena (1659–1739), auf den wohl auch Paninis Sinn für die Theatralik in seinen Antikenlandschaften zurückgeht, zog er 1711 nach Rom, wo er auch mit Canaletto (1697–1768) in Berührung kam. Als Leiter der Dekorationsarbeiten für etliche römische Paläste schuf er nebenbei auch Gemälde, die römische Plätze und Festlichkeiten verewigen sollten, wie etwa das Fest auf der Piazza Navona (Louvre u. a.). Besonderen Ruhm brachten ihm seine Festausstattungen für bedeutende Staatsereignisse ein, etwa zur Geburtsfeier des französischen Thronfolgers oder 1745 für die Hochzeit des Dauphins. Für Papst Innozenz XIII schuf er Ausmalungen im Quirinalspalast. Er wurde bald als Dozent an die Accademia di San Luca sowie die Académie de France in Rom berufen. Dort kam auch Jean-Honoré Fragonard (1732–1806) unter seinen Einfluss. 1718 wurde er Mitglied der Congregazione dei Virtuosi al Pantheon. In seiner Werkstatt arbeiteten auch Hubert Robert (1733–1808) sowie sein Sohn Francesco Panini (1745–1812).

Literatur:
Vgl. Ferdinando Arisi, Gian Paolo Panini e i fasti della Roma del ‚700, Rom 1986, S. 18. Hier verweist Arisi auf Giovanni Ghisolfi, von dem sich Panini jedoch hinsichtlich der Architektur stark abgrenze. Auf Tafel 39 zeigt Arisi ein Gemälde Paninis auf dem gut zu sehen ist, wie der Maler die Kombination ruinöser Architektur und Meeresufer aufgreift, die ab Seite 224 mehrfach dargestellt wird, wenngleich die Architektur hier zumeist einen horizontalen Riegel statt eine in das Bild hineinführende Diagonale bildet, wofür es aber auch durchaus Belege gibt (Nr. 19, Sammlung Cesare Sansoni, Siena). (1440691) (13)

Hampel Fine Art Auctions

Ort: Munich
  • Auktion : 24.09.2026 11:30 Uhr
  • Auktionsnummer: 149
  • Auktionsname: Gemälde Alte Meister – Teil 2

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6 Tage | Hampel Fine Art Auctions
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