Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Links unten signiert.
Der antike Tempelbau, in den Jahren 114 bis 128 errichtet, galt seit jeher als eines der bedeutendsten Zeugnisse römischer Baukunst, nicht zuletzt auch wegen seiner Kuppel – 1700 Jahre lang die größte der Welt. Auch die Barockzeit würdigte bereits das antike Erbe, etwa durch den von Bernini erfolgten Aufbau der beiden Glockenturmaufsätze, dann aber auch durch den 1711 durch Papst Clemens XI auf dem Platz aufgestellten Brunnen mit dem ägyptischen „Obelisken Matteiano“ des Pharao Ramses II.
Das 19. Jahrhundert hatte erneut höchstes Interesse an der Antike. Deren Zeugnisse sind in Gemälden nahezu aller bedeutenden Maler zu finden – so auch in den Werken von Ipolito Caffi. Neben Ansichten von Rom, Venedig, Paris, Athen, sowie des Orients, hat Caffi sich auch dem Pantheon mehrfach gewidmet. Bei aller Übereinstimmung, nämlich dem Blick von der nordwestlichen Platzecke am Eingang der Via della Rosetta, zeigen alle Wiederholungen unterschiedliche Figurenstaffagen, aber auch unterschiedliche Lichtwirkungen. Vor allem dokumentierte er das wechselnde Geschehen auf dem Platz, wie hier den Aufbau eines leuchtend weißen Sonnensegels, vielleicht für eine Musikkapelle. Dieses Element fungiert hier als Verlebendigung der Ansicht der altehrwürdigen Kulisse und korrespondiert mit den Wasserspielen des Brunnens.
Caffi erhielt seine Lehre in Belluno sowie in Padua bei seinem Cousin Pietro Paoletti (1801–1847). Ab 1827/29 studierte er an der Akademie in Venedig bei Tranquillo Orsi (1771–1845) und Teodoro Matteini (1754–1831), bevor er 1832 nach Rom, 1839 nach Mailand, sowie 1840 nach Triest und Venedig ging. Ein Großteil seiner Werke sind Ansichten dieser Städte. Während der Kriegswirren inhaftiert, zog er sich 1855 nach Rom zurück, lebte jedoch 1858 wieder in Venedig. 1866 befand er sich an Bord eines Kriegsschiffes, das in der Seeschlacht von Lissa versenkt wurde, wo er auch seinen Tod fand. Seinen großen Erfolg verdankt er 1855 einem seiner Werke auf der Pariser Weltausstellung. Aufgrund seiner hervorragenden Malqualität und der meist stimmungsvollen Wiedergabe, zählt Caffi zu den gefragtesten und bedeutendsten Malern des italienischen Realismus. A.R. (1491357) (11)
Ippolito Caffi,
1809 Belluno – 1866 Lissa
ROME – PIAZZA ROTONDA WITH THE PANTHEON
Oil on canvas. Relined.
37 x 47.5 cm.
Signed lower left.