Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Lindenholz; verso gehöhlt. Mittelgroße, farbig gefasste und teilvergoldete Figur der Maria, die ihr Kind mit beiden Händen hält. Die leicht in S-bogigem Schwung gestaltete Standfigur lässt noch den Stil der „Schönen Madonna“ erkennen. Die Köpfe von Mutter und Kind leicht nach rechts geneigt, wobei die Beine des Kindes X-förmig überschränkt dargestellt sind, als althergebrachtes hoheitliches Zeichen. Auffallend ist die Gestaltung des an der Vorderseite betont flach wiedergegebenen Mantels, während die angedeuteten Schüsselfalten seitlich vortreten.
Die Zuweisung an Jörg Keller lässt sich durch Vergleich mit einer Figur der Heiligen Verena, wohl vom spätgotischen Altar in Risch, annehmen. Inkarnat- und Goldfassung überwiegend erhalten. Beide Arme des Kindes fehlen. Kleiner Ausbruch an der Basis-Vorderseite. A.R.
Kellers einziges signiertes Werk ist das Hochaltarretabel der Pfarrkirche Münster im Wallis von 1509. Weitere Werke in der Innerschweiz und im Wallis wurden ihm zugeschrieben. Sein hochrangiges Oeuvre stand unter dem Einfluss des oberrheinisch-schwäbischen Kunstkreises. Er war der bedeutendste Bildschnitzer der Luzerner Spätgotik. (14906512) (11)