Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
Weichholz; gefasst und teilvergoldet, verso gehöhlt. Im ausgeprägten Stil der Spätgotik, mit Betonung der breit verlaufenden Schüsselfalten des vergoldeten Mantels. Der Heilige (924–994) war Bischof von Regensburg. Das zeigt sein Attribut, ein Modell des Kirchengebäudes in seiner Linken. Er starb 994 in Pupping/ Oberösterreich und wurde dort bestattet. Das erklärt auch seine besondere Verehrung im österreichischen Raum.
Der Bildhauer und Fassmaler der Spätgotik unterhielt vermutlich zwischen 1501 und 1523 seine Werkstatt in Gmunden am Traunsee. Astl zählt zu den wichtigen Vertretern der alpinen Schnitzkunst an der Schwelle von der Gotik zur Renaissance. Sein Name wurde zum Synonym für eine Reihe von Werken in der Steiermark und in Oberösterreich. Seine Werke entstanden überwiegend aus Holz und sind geprägt von großer Ausdruckskraft, fein ausgearbeiteten Details und einer lebendigen, oft bewegten Figurenauffassung. Typisch für Astl sind die realistischen Gesichter, die sorgfältig gestalteten Gewandfalten und eine starke emotionale Wirkung, besonders in religiösen Darstellungen wie Heiligenfiguren, Madonnen oder Altären. Seine Arbeiten waren meist für kirchliche Auftraggeber bestimmt und dienten der Andacht und religiösen Belehrung. Lienhart Astl steht stilistisch in der Tradition der Tiroler Bildhauerschule, zeigt aber zugleich Einflüsse der beginnenden Renaissance, etwa in der natürlicheren Proportionierung der Figuren.
Provenienz:
Privatsammlung, Österreich.
Literatur:
Vgl. Eva Maria Tironiek, Studien zu Lienhart Astl, Dissertation Universität Wien, Wien 1976. A.R. (14808711) (11)