Auktion: 6 Tage
Stand 10.09.2026
73 x 63,5 cm.
In à jour gearbeitetem, vergoldetem Rahmen.
In ein angedeutetes Oval gesetzt, das leicht nach links gewandte Bildnis eines Mannes mit wallender Allongeperücke und Orden vom Goldenen Vlies, der über ein rotes Tuch gelegt ist. Der Orden verbindet in dem Fürsten Machtpolitik und Kunstliebe.
Johann Wilhelm, auch bekannt als Johann Wilhelm der Ältere, war einer der bedeutendsten Fürsten der Pfalz im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert. Als Herzog von Jülich-Kleve-Berg (ab 1609) und Pfalzgraf bei Rhein prägte er nicht nur die politische Landschaft des Heiligen Römischen Reiches, sondern auch die kulturelle Blüte seiner Zeit. Sein Wirken fällt in eine Ära des Übergangs – zwischen Reformation und Gegenreformation, zwischen mittelalterlicher Tradition und frühneuzeitlichem Absolutismus. Er war ein geschickter Diplomat, der durch Heiratspolitik und Bündnisse die Macht seiner Linie sicherte. Seine Vermählung mit Jakobe von Baden und später mit Antonia von Lothringen festigte die Verbindungen zu europäischen Adelshäusern. Als Statthalter der Spanischen Niederlande (1588–98) diente er dem spanischen König Philipp II, doch sein Loyalitätskonflikt zwischen Habsburg und den protestantischen Reichsständen prägte seine Regentschaft.
In den Florentiner Uffizien wird ein Portrait Douvens aufbewahrt, das den Herzog mit seiner Gemahlin darstellt (Inv.Nr. 2718) und ein weiteres, welches ihn allein darstellt (Inv.Nr. 5442). (1490016) (13)