Auktion: 14 Tage
Stand 12.03.2026
Beigegeben eine Expertise von Dr. Joost Vander Auwera, in Kopie, in der er zahlreiche Vergleichsbeispiele aufführt.
Der Bildinhalt lässt sich als ein Gelage nach dem glücklichen Ende eines Kriegsgeschehens deuten: Vor einem mit Wappen und Fahne geschmückten Gebäude, Herberge und Hauptquartier, haben sich Soldaten zu einem Umtrunk versammelt. Im Vordergrund zwei Reiter, einer auf einem Schimmel, der andere weist erklärend in die Ferne, wohl auf das ehemalige Kampffeld. Eine große Zahl von Landleuten zieht heran, zusammen mit einem Pferdewagen, wohl um den Sieg mitzufeiern. Die Fahne auf dem Dach und die Wappen mit heraldischer Blasonierung sowie mit den Petrusschlüsseln sind wohl als Bezug zur befreiten Stadt Leiden zu deuten.
Es deutet einiges darauf hin, dass der Achtzigjährige Krieg zwischen Spanien und der Holländischen Republik Anlass des Bildthemas war, bzw. der Waffenstillstand 1609–21. Eine Entstehung des Bildes in 1626 wäre daher denkbar. Das Gemälde, vormals auch dem Maler Esaias van de Velde d. Ä. (1587/91 – um 1630) zugewiesen, ist von namhaften Kunstwissenschaftlern bereits seit den 1920er-Jahren weitgehend behandelt worden, etwa von Hofstede de Groot und Wilhelm Reinhold Valentiner, oder M. Julier. Jüngst wurde es jedoch aufgrund der Stilistik als Werk des Sebastian Vrancx erkannt.
Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander d. Ä. (1548–1606) ein Schüler des Adam van Noort (1562–1641). 1597 begab er sich wie die meisten seiner Kollegen nach Italien, was sich nachhaltig auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke in seinem Werk auswirkte. 1600 wurde er Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit Künstlern wie Jan Brueghel d. Ä. (1568–1625), Frans Francken d. J. (1581–1642) oder auch Hendrik van Balen d. Ä. (1575–1632) befreundet war. So weist sein Werk auch manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser Künstler auf. Sein Ruhm führte bereits zu Lebzeiten zur Vervielfältigung seiner Bilder in Kupferstichen.
Provenienz:
Sammlung E. Raymond Field Trustee of the Detroit Museum, Detroit.
Trecot Art Galleries, Detroit, November 1964.
Sammlung Thomas G. und Joyce J. Waffen, Detroit.
Literatur:
Edgar Preston Richardson, From Old Brueghel to Van Goyen, in: Art Quarterly, I., 1938, S. 18 ff., Abb. 9 (als Esaias van de Velde).
Horst Gerson, Enkele vroege werken van Esaias van de Velde, in: Mededelingen van het Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie, 10, 1955, S. 133 (als Esaias van de Velde).
Vgl. Helge Siefert, Zum Ruhme des Helden. Historien- und Genremalerei des 17. und 18. Jahrhunderts, München 1993.
Vgl. Giancarlo Sestieri, Battle Painters. Italian and Foreign Masters of the XVII and XVIII centuries, Rom 1999. A.R. (14714532) (11)
Sebastian Vrancx,
1573 Antwerp – 1647 ibid.
DRINKING BOUT WITH SOLDIERS, HORSEMEN AND PEASANTS AFTER THE END OF THE WAR
Oil on panel.
45.7 x 77.4 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Joost Vander Auwera, with numerous examples of comparison, in copy.
There are strong indications that the Eighty Years’ War between Spain and the Dutch Republic, or more specifically the truce of 1609–21, was the inspiration for the subject matter of this painting. A creation date of 1626 is therefore conceivable. The painting, formerly also attributed to the painter Esaias van de Velde the Elder (1587/91 – ca. 1630), has been extensively studied by prominent art historians since the 1920s, including Hofstede de Groot, Wilhelm Reinhold Valentiner, and M. Julier. More recently, however, it has been identified as a work by Sebastian Vrancx based on its stylistic features.
Provenance:
E. Raymond Field Trustee of the Detroit Museum collection, Detroit.
Trecot Art Galleries Detroit, November 1964.
Thomas G. and Joyce J collection, Waffen, Detroit.
Literature:
Edgar Preston Richardson, From Old Brueghel to Van Goyen, in: Art Quarterly, I., 1938, p. 18 ff., ill. 9 (as Esaias van de Velde).
Horst Gerson, Enkele vroege werken van Esaias van de Velde, in: Mededelingen van het Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie, 10, 1955, p. 133 (as Esaias van de Velde).
cf. Helge Siefert, Zum Ruhme des Helden. Historien- und Genremalerei des 17. und 18. Jahrhunderts, Munich 1993.
cf. Giancarlo Sestieri, Battle Painters. Italian and Foreign Masters of the XVII and XVIII centuries, Rome 1999.