Auktion: 12 Tage
Stand 11.06.2026
Mittig unten auf Stein Reste einer Signatur.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Luuk Pijl, Dokkum, 29. Mai 2025, in Kopie.
Der erhöhte Betrachterstandpunkt bietet den Blick über eine felsige baumbestandene Anhöhe hinweg auf eine in der Ferne hell beleuchtete Burg auf einem Hügel. Der Horizont in blauer Luftperspektive.
Der Malstil entspricht ganz dem ähnlicher Landschaften des Malers. Charakteristisch dafür ist das Nebeneinander von dunklen Baumpartien vor dem Weitblick zum Horizont, wie sich eine solches Beispiel im Städel Museum Frankfurt befindet („Landschaft bei Tivoli”, um 1595/1600, Inv.Nr. 2143) oder in der Alten Pinakothek München („Hügelige Landschaft”, um 1618, Inv.Nr. 1084). Auch im vorliegenden Gemälde sind die Hügel weich gestaltet, an einem Hang zieht ein Hirte mit Hund und einem Rind herab. Weitere Hirtenfiguren mit Ziegen und Schafen hat der Maler in verschiedene Partien des Gemäldes verteilt, wobei trotz aller Ruhe der Landschaft vereinzelt Leben ins Bild gebracht ist.
Bril hatte schon zu Lebzeiten, vor allem in Rom, viele Maler beeinflusst. Mit seinen Landschaftsbildern hatte Bril in Rom großen Erfolg, nachdem er zunächst in Lyon, dann wieder in Antwerpen und schließlich im Vatikanspalast oder in Santa Cecilia in Trastevere wirken konnte. Gerade in Rom übte er Einfluss aus auf Maler wie Adam Elsheimer (1574/78–1610/20), Cornelis Van Poelenburgh (1594/95–1667) oder Bartholomeus Breenbergh (1599–1657), und unterrichtete Schüler, wie etwa Agostino Buonamici Tassi (1578–1644), der später wiederum Lehrer von Claude Le Lorrain (1600–1682) wurde.
Anmerkung:
Verso gedruckter alter Aufkleber mit Künstlernennung, Titel „Felsige Landschaft mit Herdenstaffage”, Bildbeschreibung sowie „Abbildung Tafel 14”. Mit handschriftlichen Ergänzungen, unter anderem „Sammlung Flehr” und „16.10.1930”.
Ferner ein maschinenschriftlicher Papieraufkleber „Haus der Rheinischen Heimat Köln / Leihgabe Sammlung Esch” mit handschriftlicher Nummer 40.
Weitere Sammlungs- oder Katalognummern.
A.R. (1482132) (11)
Paul Bril,
ca. 1553/54 Antwerp – 1626 Rome
LANDSCAPE WITH A ROCK SPRING, CASTLE HILL AND FIGURAL STAFFAGE
Oil on canvas.
60 x 75.5 cm.
Remnants of a signature at lower centre on the stone.
Accompanied by an expert's report by Dr Luuk Pijl, Dokkum, 29 May 2025, in copy.
The painting corresponds closely in style to comparable landscapes by the artist. Characteristic of this style is the juxtaposition of dark tree sections against a distant horizon, as seen, for example, in the Städel Museum, Frankfurt (Landschaft bei Tivoli, ca. 1595/1600, inv. no. 2143) and the Alte Pinakothek in Munich (Hügelige Landschaft, ca. 1618, inv. no. 1084).
Notes:
On the reverse is an old, printed label with the artist's name, the title Felsige Landschaft mit Herdenstaffage, a description of the composition, and the inscription “Illustration Plate 14”. The label also includes handwritten annotations, including “Flehr Collection” and “16 October 1930”.
Also present is a typewritten label inscribed “Haus der Rheinischen Heimat Köln / Leihgabe Sammlung Esch”, with the handwritten no. 40.
Further collection or catalogue numbers are also present.